2.) Erfahrungsberichte von Teamer/innen

1.) Erfahrungsbericht von Maria
Maria
Wie kam ich auf die Idee ein Workcamp zu leiten?
Als ich erfuhr, dass in meinem Heimatort (Wechselburg) ein ökumenisches Workcamp stattfindet, habe ich die jungen Menschen für ein paar Tage begeleitet und bin dabei sehr liebenswerten und motivieren jungen Menschen begegnet, die etwas bewegen wollen. Das hat mich beeindruckt und ich wurde vom Campfieber angesteckt.
Was waren meine Motive?
Meine Motive waren deshalb, zum einen die Camppartnern und -projekte zu unterstützen, um damit etwas auf die Beine zu stellen. Aber auch der interkulturelle Austausch der während der Tage im Camp stattfindet, sollte meinen Horizont erweitern. Ich wollte Kulturen hautnah kennen lernen und Kontakte knüpfen. Außerdem ist es spannend, sich mit einer großen Verantwortung und einer gut geplanten Organisation in ein Abenteuer zu stürzen und sich auszuprobieren. Und vielleicht auch einmal an seine Grenzen zu kommen.
Was habe ich an Erfahrungen mitgenommen?
Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, eine Herausforderung mithilfe von liebenswerten Menschen zu erleben. Der intensiv kulturelle Austausch, der im Campalltag zwingend abläuft, verändert bzw. öffnet neue Perspektiven und hat mein Leben auf eine wunderschöne Art und Weise bereichert. Menschen sind so verschieden, aber trotzdem gleich.
In welcher Form hat das Leiten eines Workcamp meinen weiteren Lebensweg geprägt?
Ich habe gelernt, eine Gruppe für zwei Wochen zu leiten und dabei für alle möglichen Fälle erfahren, eine Lösung zu finden. Der Umgang mit anderen Kulturen hat sich erweitert und das lösen von Konflikten nehme ich gelassener bzw. kann ich besser damit umgehen. Außerdem habe ich durch den Gruppenprozess mich selbst besser kennen gelernt sowie die Zusammenarbeit im Team auf engsten Raum. Zusätzlich lernt man als Teamer neue Orte innerhalb Deutschlands kennen, an denen sich meist kulturelle oder religiöse Dinge drehen. Das ist sehr interessant.
Wie wurde ich auf meine Aufgabe und Rolle als Teamer/in vorbereitet?
Die Teamerseminare vor sowie nach den Camps bieten eine exzellente Vorbereitung für die Aufgaben eines Teamers. Anhand vieler erfahrener Teamer wird sich während der Treffen ausgetauscht. Außerdem ist man auch während der Camps nicht allein gelassen. Es gibt immer das Notruftelefon von Karolin. Man wird also nicht nur im Organisieren und Gestalten der Camps unterstützt, sondern auch im seelischen Beistand;) Das ist eine große Hilfe und es ist immer wieder schön, auf den Seminaren seine Co-Teamer zu treffen und sich weiterzubilden.



2.) Erfahrungsbericht von Lena
Lena
Wie kam ich auf die Idee ein Workcamp zu leiten?
Nach meinem Freiwilligendienst in Polen - dort hatte ich an vielen internationalen Jugendbegegnungen teilgenommen - hatte ich Lust mich weiter in diesem Bereich zu engagieren.
Was waren meine Motive? Wurden meine Motive erfüllt?
Ich hatte Lust mit jungen Leuten aus unterschiedlichen Ländern Europas für eine gute Sache zu arbeiten und für zwei Wochen mit diesen Menschen das Leben gemeinsam zu gestalten. Ich wollte Orte in Deutschland kennen lernen, die nicht immer touristische Höhepunkte sind, aber trotzdem oder gerade deshalb spannend sind.
Was habe ich an Erfahrungen mitgenommen?
Ich habe gelernt kulturell sensibel zu handeln und gleichzeitig festgestellt, dass kulturelle Unterschiede oft nur ein Vorwand sind für zwischenmenschliche Probleme und dass es ohne Kulturunterschiede mindestens genauso kompliziert sein kann.
Ich weiß jetzt, dass fast jede_r kochen kann, auch wenn es nicht jede_r selber weiß.
Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede Gruppe ihre eigene Dynamik entwickelt.
In welcher Form hat das Leiten eines Workcamp meinen weiteren Lebensweg geprägt?
Ich interessiere mich sehr für interkulturelle Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und habe auch ein Praktikum in diesem Bereich absolviert.
Wie wurde ich auf meine Aufgabe und Rolle als Teamer/in vorbereitet?
Die Vor- und Nachbereitungsseminare bieten Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Teamern und interessanten Menschen. Sie machen Mut und inspirieren.



3.) Erfahrungsbericht von Vera
Vera
Wie kam ich auf die Idee ein Workcamp zu leiten?
Gerade hatte ich eine Ausbildung zur Teamerin für internationale Begegnungen bei Hoch Drei e.V. in Potsdam und in der Nähe von Poznan absolviert und wollte meine Kenntnisse ausprobieren. Ein Gespräch mit einer Kommilitonin war ausschlaggebend: ich wollte ein internationales Workcamp leiten
Was waren meine Motive? Wurden meine Motive erfüllt?
In der Broschüre - Die eine Welt - las ich mir die Beschreibung von Workcamps durch und war begeistert! Mit anderen jungen Menschen aus der ganzen Welt ein Stück diese Welt verändern und für andere wieder nutzbar oder attraktiver zu machen!
Ich wollte am Liebsten gleich in Mexiko ein Workcamp leiten, musste davor aber erst eines in Deutschland geleitet haben. Zu dem Camp in Mexiko kam es zwar nie; das Camp in Göllingen werde ich aber nie vergessen!
Ich wollte Erfahrungen sammeln, selbst leiten, Prozesse einer international spontan zusammen gesetzten Gruppe Jugendlicher begleiten und somit die theoretischen Inputs meines Pädagogikstudiums praktisch anwenden.
Was habe ich an Erfahrungen mitgenommen?
Viele viele viele
Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir hoch theologisch diskutierten, zwischen orthodoxen, liberal protestantischen und fundamental katholischen Jugendlichen, dass Dies Jugendlichen ein Anliegen ist, ihre Fragen zu stellen und ihnen völlig fremde Strukturen und Bräuche kennen zu lernen. Dass sie dafür bereit sind, bis 1Uhr nachts aufzubleiben und sich auseinander zu setzen. Wir vermittelten zwischen UkrainerInnen, die andere UkrainerInnen verurteilten, die nur Russisch sprachen. Sprache an sich ist der Öffner zu den Herzen! Eines der ukrainischen Mädchen sprach kaum Englisch und war verschlossen; bis wir feststellten, dass wir beide Spanisch sprachen und das öffnete den Kontakt zu der Gesamtgruppe, Gleiches passierte meiner Mit-Teamerin Charlotte: sie spricht Russisch und konnte so den Konflikt moderieren und mit den Jugendlichen, die wiederum nicht so gut Englisch sprachen, umgehen!
In welcher Form hat das Leiten eines Workcamps meinen weiteren Lebensweg geprägt?
Wir veranstalteten national gestaltete Abende, es war faszinierend: die Jugendlichen hatten regional typische Trachten mitgebracht, kochten für uns und brachten uns charakteristische Tänze zu dort üblicher Musik bei! Eines war allen Ländern gleich: sie aßen zur Vorspeise immer Suppe! Immer wenn ich Suppe esse, denke ich an diese zwei intensiven Wochen!
Ich habe mitgenommen, dass ich vieles schultern kann, dass ich in der Lage bin vieles (auch spontan) zu organisieren und eine Gruppe koordinieren und inhaltlich begeistern kann. Das es gut ist, freiwillige Angebote zu machen: so wollten einige Buchenwald besuchen, andere wollten lieber in Weimar shoppen oder sich die Architektur anschauen. Den informellen Austausch danach kann niemand beeinflussen, und wer weiß, wie sie sich gegenseitig bereichert haben!
Dass es für mich toll und bereichernd ist im Team zu arbeiten und sich gegenseitig zu reflektieren.
Dass es wichtig ist, immer zu versuchen, alle einzubeziehen: also den Camppartner, die AnwohnerInnen und Jugendliche vor Ort; damit alle partizipieren können von den Prozessen der internationalen Begegnung. Und dass auch die angereisten Jugendlichen ein Bild bekommen von der Gesellschaft außerhalb von den Engagierten, die sie im Campkontext kennen lernen.
Ich habe mich durch die Jugendlichen mehr für osteuropäische Länder und ihre aktuellen politischen Themen interessiert, weil ich auf einmal persönliche Kontakte in diese Länder hatte, von denen ich wusste, dass es sie direkt betrifft!
Wie wurde ich auf meine Aufgabe und Rolle als Teamer/in vorbereitet?
In einem gut strukturierten Vorbereitungsseminar in Wünsdorf und der genannten Ausbildung als Teamerin. Und sonst eine Mischung aus ehrenamtlichen Erfahrungen im jugendpolitischen Bereich

« zurück
Valid XHTML 1.0 Transitional
Valid CSS!
Level Triple-A conformance icon, W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0